Der Erfahrbare Atem nach Prof. Ilse Middendorf ®

Prof. Ilse Middendorf, geb. Sep. 1910, ist eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Arbeit am Atem. Ihre umfangreiche Tätigkeit und Entwicklungsarbeit hat sie nach über siebzig Jahren noch nicht beendet.

In unserem Atem erkennen wir uns selbst; er gibt uns die Kraft, so zu werden, wie wir im Grunde unseres Wesens sind.
Der Erfahrbare Atem ist eine Arbeit, in der wir wieder unsere ursprüngliche und individuelle Atembewegung kennen lernen.
Er ist ein Weg der Mitte - zwischen dem unbewussten und dem willentlich geführten Atem.
Eine bewusste Hinwendung zum natürlichen, von alleine einsetzenden Atem, ohne dabei eingreifen oder verändern zu wollen.
Im rechten Gleichgewicht von Hingabe und Achtsamkeit erfahren wir den Atem als Spiegel unseres Lebens und als Quelle für Inspiration und für neue Ressourcen.
Es resultiert ein Anschluss an die menschliche Ganzheit, ein Zusammenwachsen von Körper, Geist und Seele.
Es wächst die innere Kraft sich so anzunehmen und wertzuschätzen, wie man ist.

Arbeitsmethoden:
1. Einzelarbeit: Dauer ca. 60 Minuten.
Der Klient liegt während der Atembehandlung bekleidet auf einer Liege. Der Therapeut erspürt mit den Händen den Atem des Liegenden. Es werden Impulse gegeben, auf die der Klient meist unwillkürlich reagiert. So entsteht ein nonverbales „Atemgespräch“. Anzahl der Behandlungen und zeitlicher Abstand variieren individuell.

2. Gruppenarbeit: Dauer 60-90 Minuten wöchentlich oder in 3-5 tägigen Intensivseminaren mit 5-20 Teilnehmerinnen.
Die Arbeit findet überwiegend im Sitzen auf Hockern oder im Stehen statt. Durch einfache Bewegungs- und Dehnungsübungen erfahren wir wie vielfältig der Atem in uns wirkt. Wir werden nach und nach mit unseren ursprünglichen Atembewegungen vertraut gemacht. Nach jeder Übung können wir sitzend im Stillen für uns nachspüren. Vieles, das sich verändert, wird erst im nachhinein deutlich und bewusst. Anschließend können wir uns gemeinsam über das Erlebte verbal austauschen. Anfänglich sind es überwiegend geführte Bewegungen, um den Atem zu locken und erfahrbar zu machen. Mit zunehmender Übung rückt mehr und mehr der kreative Aspekt der Arbeit in den Vordergrund. Im bewussten Zulassen des Atems werden innere Kräfte frei, die nach außen als Bewegung zum Ausdruck gebracht werden. Hier betreten wir den weiten Raum der Selbsterkenntnis und Entwicklung, der im Grunde kein Ende findet.


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